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Beschreibung

Die drei Bereiche Gymnastik, Gymnastik/Tanz und DTB-Dance sind im Hessischen Turnverband in einem Fachgebiet vereint. Zusätzlich werden Großraumvorführungen und der Wettbewerb  Rendezvous der Besten angeboten.

Gymnastik

Idee und Prinzip

Gymnastik ist im Hessischen Turnverband als Wettkampfsportart verankert. Im Gegensatz zur Rhythmischen Sportgymnastik reicht das Leistungsniveau nicht bis hin zur Weltspitze. Die Gymnastinnen haben die Wahl zwischen Pflichtübungen und Kürübungen mit Pflichtelementen, die von eingesetzten Kampfgerichten mit entsprechenden Punktzahlen bewertet werden.

Geschichte

Gymnastik für Frauen wurde bereits im 19. Jahrhundert in Deutschland betrieben und von Turnvater Jahn nur dann befürwortet, wenn sie „mäßig und weiblich“ durchgeführt wurde. Nachdem die Gymnastik zu Beginn und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert nur wenig beachtet wurde und neben dem steilen Anstieg der Teilnehmerzahlen im Kunstturnen fast ganz in Vergessenheit geriet, begann in den 50er Jahren ein stetiger Aufwärtstrend der Gymnastik als Wettkampfsportart. Eine immer höher angesiedelte Bewegungsqualität führte schließlich zu einer Teilung in die leistungsorientierte Rhythmische Sportgymnastik und die allgemeine Gymnastik.

Für die allgemeinen Gymnastinnen gab es die Wettkämpfe mit Pflichtübungen in den S-Stufen (für Schule). In Abwandlung dazu entwickelten sich für den allgemeinen Bereich die L-Stufen (für Leistung), die zum einen als Unterbau der RSG und zum anderen von Gymnastinnen mit niedriger Leistungsspitze mit oder ohne Musik geturnt wurden. Mit dem Erscheinen neuer Übungen wechselte die Bezeichnung auf A-Stufen. Zum jetzigen Zeitpunkt wird im Pflichtbereich der Gymnastik von der Wettkampfform P gesprochen.
Mit der Einführung des Wettkampfes der B-Stufen (Kür mit Pflichtteilen) in den 90er Jahren, der nun seit 2008 Wettkampfform K (Kür) heißt, wurde dieser Entwicklung eine weitere Plattform geboten.

Wettkampffläche und Geräte

Die Wettkampffläche hat die Maße 13 x 13m plus 2m Sicherheitsabstand. Als Handgeräte sind Ball, Band, Keulen, Reifen und Seil je nach jährlicher Rotation und Ausschreibung einzusetzen. Der Gymnastik-Dreikampf variiert nach Alter und Schwierigkeitsstufe. Je nach DTB-Vorgabe kann ab 2011 auch ein Zweikampf ausgeschrieben werden.
Der Ball hat einen Durchmesser von 18-20cm und wiegt mindestens 400g.
Das Band der zwölf- bis 14-jährigen Gymnastinnen hat eine Mindestlänge von 5m, ab 15 Jahren sind 6m vorgeschrieben, der Bandstab misst 50-60cm.
Die Keulen haben eine Länge von 40-50cm und wiegen mindestens 150g.
Der Reifen hat einen Durchmesser von 80-90cm bei einem Mindestgewicht von 300g.
Die Länge des Seils ist beliebig und sollte proportional zur Gymnastin passen.

Der Gymnastik-Wettkampf für den männlichen Bereich kann laut der jeweiligen Ausschreibung variieren. Zum Einsatz kommen die Geräte:  Medizin-oder Basketball, Fahnen oder Keulen, Seil, Hand-oder Kurzhanteln. Die Geräteauswahl und deren Maße und Gewichte sind den Aufgabenbuch 2008 "Gymnastik/Rhythmische Sportgymnastik" zu entnehmen.

Disziplinen

Die Gymnastik teilt sich in die Wettkampfform K (Kür mit Pflichtelementen) und Wettkamppform P (Pflicht) auf. Es können Kinder, Jugendliche und Erwachsene (weiblich) im Einzel- und im Mannschaftswettkampf starten. 
Im männlichen Bereich aller Altersstufen gibt es ausschließlich die Wettkampfform P.
Die Pflichtübungen werden auch für Synchron- und Gruppenwettkämpfe ausgeschrieben (männlich und weiblich).

Bewertungssystem

Die P- und K-Übungen unterliegen verschiedener Kriterien. Sie werden von Kampfgerichten, die aus mindestens zwei Kampfrichter/innen, 1-2 Assistent/innen, und 2 Linienrichter/innen zusammengesetzt sind, bewertet. In beiden Stufen gibt es eine A- und B-Note.

Wettkampfform K
Die Gymnastinnen können die Musik und den Raumweg frei wählen. Die Zeit des Vortrages umfasst 60-90 Sekunden. Die Höchstpunktzahlen der K-Übungen:

Kinder, Jugendliche, Erwachsene (weiblich)
K5 - 5 Punkte
K6 - 6 Punkte usw. bis
K10 - 10 Punkte

  • A-Note (Komposition/Inhalt): Jede Kürübung mit drei Pflichtelementen, die nach der angegebenen Schwierigkeitsstufe variieren, hat in der Relation zum Höchstwert eine Punktzahl für den Inhalt. Weiterhin werden zusätzliche Schwierigkeiten, Choreografie/räumliche und inhaltliche Aspekte, Kreativität, Musikauswahl/Interperetation bewertet.
  • B-Note (Ausführung): In dem relativen Wert zur Gesamtnote kommen Punkte zur Anrechnung für Körpertechnik, allgemeine Abzüge, Gerättechnik, Handgerätverluste und spezifische Handgerätabzüge.

Detaillierte Informationen zur Bewertung gibt es in der jeweils gültigen Broschüre „Deutschland-Cup Gymnastik – Einzel - K- (Kür) Übungen, Wertungsvorschriften für Kampfrichter/innen“ und im „Schwierigkeitskatalog“.

Wettkampfform P
Raumwege und Inhalte sind vorgeschrieben. Folgende Höchstpunktzahlen können im Pflichtbereich erreicht werden:

Kinder, Jugendliche, Erwachsene (männlich und weiblich) 
P1 - 1 Punkt
P2 - 2 Punkte usw. bis
P9 - 9 Punkte

Ältere Erwachsene (weiblich)
P11 - 1 Punkt
P12 - 2 Punkte usw. bis
P17 - 7 Punkte

  • A-Note (Inhalt): Jede Pflichtstufe hat in Relation zum Höchstwert eine Punktzahl für den Inhalt. Wird die Pflichtübung gemäß der Ausschreibung geturnt, so wird die für diese Leistungsstufe vorgesehene Punktzahl von den Kampfrichtern für den Inhalt gegeben.
  • B-Note (Ausführung): In dem relativen Wert zur Gesamtnote kommen Punkte zur Anrechnung für Körpertechnik, allgemeine Abzüge, spezifische Geräthandhabung, Handgerätverlust, Rhythmus und Bewegungsfluss, Übereinstimmung von Musik und Bewegung.

Detaillierte Informationen gibt es im Aufgabenbuch 2008 „Gymnastik“.

Wettkampfsystem

In der Wettkampfform K werden folgende Schwierigkeitsstufen als Einzelwettkampf angeboten:

K5   10 Jahre und jünger
K6   12 Jahre und jünger
K7   14 Jahre und jünger
K8   12-14 Jahre
K9   15-17 Jahre
K10 18 Jahre und älter

Die Schwierigkeitsstufen K5 bis K7 werden auf Landesebene als Hessische Einzelmeisterschaften und Hessische Mannschaftsmeisterschaften ausgetragen. In der K8 bis K10 dienen die Hessischen Einzelmeisterschaften (Landesebene) als Qualifikation für den Deutschland-Cup (Bundesebene). Mannschaftsmeisterschaften aller Altersklassen werden nur bis auf Landesebene ausgetragen.

Auf Landesebene werden die Pflichtwettkämpfe als Hessische Meisterschaften für Einzel- und Mannschaftswettkämpfe nach Jahrgängen ausgeschrieben. Für die Altersklassen (weiblich) bis 39 Jahre gelten die Pflichtübungen 1-9 und für die Gymnastinnen ab 40 Jahren sind die Pflichtübungen 11-17 vorgesehen.
Im männlichen Bereich gelten die Übungen P1-9 für alle Altersklassen.

Beide Wettkampfformen K und P werden in den Turngauen als Gauwettkämpfe angeboten, die dann als Qualifikation für die Hessischen Meisterschaften gelten.

Abweichende Regelungen

Abweichende Regelungen bezüglich der Handgeräte, der Wettkampfklassen und Bewertungen können im Aufgabenbuch „Gymnastik“, in der jeweils gültigen Broschüre „Deutschland-Cup Gymnastik - Einzel - K- (Kür) Übungen, Wertungsvorschriften für Kampfrichter/innen“ und im „Schwierigkeitskatalog“ detailliert nachgelesen werden.

Freizeit- und Breitensport

Bei Landesturnfesten und Deutschen Turnfesten werden spartenübergreifende oder fachspezifische Wahlwettkämpfe mit vier Disziplinen den Gymnastinnen und Gymnasten als Wettkampfform angeboten.

Gymnastik und Tanz

Idee und Prinzip

Gymnastik und Tanz (GymTa), eine noch recht junge Sportart, setzt sich aus zwei Choreografien zusammen. Die Gymnastik mit Handgeräten und der Tanz aus unterschiedlichen Stilrichtungen werden zu selbst gewählter Musik nach den ausgeschriebenen Wertungskriterien zum Vortrag gebracht. Seit 2010 unterliegt die Bewertung von Tanz (GymTa) und DTB-Dance gleichen Bedingungen. Lediglich die Zeitvorgabe für die Länge der Choregrafien und die Anforderungen der Schwierigkeiten sind unterschiedlich.

Geschichte

Im Jahr 1971 hatte der TV Erbenheim im hessischen Turngau Süd-Nassau anlässlich seines 125-jährigen Jubiläums die Idee, einen gymnastischen „Hausfrauenwettkampf“ landesoffen auszuschreiben. Noch in der Regie des Vereins wurde 1972 und 1973 daraus der „Frauengruppen-Wettkampf“. Der Hessische Turnverband holte unter der gleichen Bezeichnung 1974 die Veranstaltung nach Bad Vilbel und organisierte 1975 die ersten Hessischen Meisterschaften im GymTa anlässlich des Landesturnfestes in Marburg, sowie erste Rahmenwettkämpfe für Neueinsteiger und Pokal-Wettkämpfe um den Pokal des Hessischen Sozialministers in Gießen.

Auf Grund des steigenden Interesses gab es ab 1977 den Pokal-Gruppenwettkampf für Jugendturnerinnen (Jutis) und Schülerinnen (Schülis). Die unterschiedlichsten Ausschreibungen für Meisterschaften, Pokal-Wettkämpfe und Wettbewerbe folgten. War die Teilnahme zu Beginn eine ausschließlich weibliche Domäne finden nun –
wenn auch wenige – Gymnasten den Weg in die GymTa-Formationen.

Auf Initative des Hessischen Turnverbandes wurde 1973 der erste Gymnastik- und Tanz-Wettkampf nach langem Zögern der DTB-Verantwortlichen noch kurzfristig in das Turnfestprogramm in Stuttgart aufgenommen. Ein später formulierter HTV-Antrag zur Einführung von Pokal- und/oder Meisterschaften auf deutscher Ebene außerhalb eines Turnfeste,s fand im Jahr 1982 beim DTB auf wenig Gegenliebe. Erst 1992 wurde ein 1. DTB-Pokalwettkampf in Oberursel-Stierstadt, 1993 in Bensheim-Auerbach, 1994 ein Bundesfinale in Bielefeld und 1995 die 1. Deutsche Meisterschaft in Baunatal ausgerichtet.

Wettkampffläche und Geräte

Die Wettkampffläche misst 16m x 16m plus 2m Sicherheitsabstand. Zum Einsatz kommen neben den klassischen Handgeräten (keine Handgerätsnormen) Ball, Band, Keulen, Reifen und Seil auch Fahnen, Tücher, Stäbe, etc. Dabei ist es wichtig, dass diese alternativen Geräte nicht nur optisch einzusetzen sind, sondern dass die Techniken der traditionell klassischen Geräte übertragen und gezeigt werden können.

Disziplinen

GymTa kann in weiblichen, männlichen und gemischten Gruppen ausgeführt werden. Die Bewertung beider Präsentationen in Gymnastik und Tanz ergibt zusammen das Endergebnis für die Platzierung. Titel für die einzelne Disziplin ist nicht die Regel, können aber ausgeschrieben werden.

Bewertungssystem

Eine Gruppe besteht aus sechs bis 16 Teilnehmern. Die Zeitdauer der Übung beträgt bei Gymnastik und Tanz jeweils 2.30- 3.00 Minuten. Beim Tanz wird eine Karenzzeit von plus 5 Sekunden gewährt, damit die Musiklänge der Choreografie für eine eventuelle Teilnahme an beiden Wettkämpfen GymTa und DTB-Dance ausreicht. Die ausgewählte Musik der Gruppen kann rein instrumental oder mit Gesang und auch live sein. In der Gymnastik und im Tanz können jeweils maximal 20 Punkte erreicht werden. Die Gruppe mit der höchsten Gesamtpunktzahl gewinnt den Wettkampf. 

Die Gruppen zeigen nach selbst gewählter Musik einen Gymnastikvortrag mit Handgeräten und eine Tanz-Choreografie. Die Kriterien für Gymnastik oder Tanz sind in der A- und B-Note (je 10 Punkte als Höchsbewertung) mit unterschiedlicher Punkteaufteilung identisch.

  • A-Note (Komposition/Inhalt): Schwierigkeiten, Choreografie/Kreativität, Interpretation/Musikauswahl
  • B-Note (Ausführung): Körpertechnik, Gerätetechnik, Harmonie/Synchronität, Präsentation

Wettkampfsystem

Im GymTa gibt es in Hessen drei Wettkampfklassen, die als Hessische Meisterschaften ausgetragen werden:

  • Jugendliche: 12 -19 Jahre, es wird keine andere Altersklasse zugelassen
  • Erwachsene 18 Jahre u. älter, max. 2 Gymnastinnen 12-17 Jahre
  • Senioren 30 Jahre u. älter, max. 2 Gymnastinnen 18-29 Jahre

Der Landessieger qualifiziert sich automatisch für die Deutschen Meisterschaften. Teilnehmer/innen und Choreografien müssen bei beiden Wettkämpfen identisch sein.

Zusätzlich schreibt der Hessische Turnverband Pokalwettkämpfe mit gleicher Altersstruktur wie Hessische Meisterschaften aus, sowie für Schülerinnen in folgenden Klassen:

  • 8 Jahre und jünger
  • 10 Jahre und jünger
  • 12 Jahre und jünger
  • 14 Jahre und jünger

Es kann ein Rahmenwettkampf mit nur einer Disziplin ausgeschrieben werden.

Abweichende Regeln

Abweichende Regelungen bezüglich der Handgeräte, der Wettkampfklassen und Bewertungen können im Aufgabenbuch „Gymnastik/RSG“, in der jeweils gültigen Broschüre „Deutsche Meisterschaften Gymnastik und Tanz – Deutschland-Cup DTB-Dance – Pokalwettkämpfe, Wertungsvorschriften für Kampfrichter/innen“ und im „Schwierigkeitskatalog“ detailliert nachgelesen werden.

Freizeit- und Breitensport

Im Jahr 2010 führte der Hessische Turnverband einen hessischen Gruppen-Wettbewerb Tanz-Gymnastik-Dance-Show mit erleichterten Bedingungen ein, der Nachwuchsgruppen die Chance vermittelt, auf hessischer Ebene erste Erfahrungen zu sammeln.

Bei Deutschen Turnfesten und Landesturnfesten werden neben den Meisterschafts- und Pokalwettkämpfen auch Gruppenwettbewerbe in unterschiedlichen Altersklassen ausgeschrieben. Die Platzierungen werden nach einer errechneten Gesamtpunktzahl in die Ranggruppen 1 bis 4 eingeteilt.

 

DTB-Dance

Idee und Prinzip

Der DTB-Dance hat das Ziel in einer Gruppe Themen und Musik durch gestaltete Choreografien und tänzerische Bewegung zu interpretieren. Bei Dance ist wie bei Tanz (GymTa) die Auswahl des Tanzstils mit allen Stilrichtungen kombinierbar. Die Dance-Gruppen zeigen neben der Präsentation attraktiver Tanztechniken große Kreativität thematisch gewählter Performances mit mutigen Themen wie Beziehungsdramen jeglicher Couleur, sozialkritische Aussagen, Umsetzung alter Gedichte und neuer Literatur. Die unerfüllte Liebe findet ebenso Raum wie die Umsetzung volkstümlicher Choreografien sowie gegensätzliche Strukturen und als Krönung auch eine getanzte Hommage an das Leben.

Geschichte

Als Ende der 80er Jahre die Teilnehmerzahlen für Gymnastik und Tanz (GymTa) eher stagnierten, entschloss sich der Hessische Turnverband 1991 neben dem Gruppenwettbewerb GymTa in Hanau einen Rahmenwettkampf auszuschreiben, bei dem nur eine Disziplin belegt werden musste. Hier wurde also „nur“ getanzt.

Es war der hessische Anfang, der bereits im Jahr 1992 in den ersten DTB-Pokalwettkampf Gymnastik und Tanz in Oberursel-Stierstadt als Wettbewerb „Moderne Tanzgestaltung“ integriert wurde. In den folgenden Jahren fanden sich viele Begeisterte – die Teilnehmerzahlen waren kaum zu bewältigen – die die Entwicklung eines Wettkampfsystems im DTB Dance forcierten.

Während der folgenden Jahre gab es Titel wie New-Dance-Cup, DTB-Dance-Day, DTB-Dance-Cup bis zur wohl vorerst letzten Entscheidung 2005, diesen Wettkampf „Deutschland-Cup DTB-Dance“ zu nennen. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts gehen GymTa und DTB-Dance im Hessischen Turnverband und seit 2006 im Deutschen Turner-Bund mit unterschiedlichen Wettkampfterminen getrennte Wege.

Wettkampffläche und Geräte

Die Wettkampffläche misst 16m x 16m plus 2m Sicherheitsabstand.
Im DTB- Dance sind keine Requisiten zugelassen.

Disziplinen

DTB- Dance findet in weiblichen, männlichen und gemischten Teams statt.

Bewertungssystem

Die Gruppen präsentieren ihre Choreografien nach selbst gewählter Musik aus kombinierbaren Stilrichtungen wie Jazz- und Modern-Dance, Elementarer Tanz, Musical-, Lyrical- und Afro Jazz, Streetdance (HipHop, Rap) usw. Contemporary Dance gewinnt in der Kombination verschiedener Modern-Dance-Techniken, wie Limon, Graham u. a. zusammen mit eigenen Bewegungserfahrungen immer mehr Bedeutung.

Eine Gruppe besteht aus sechs bis 16 Teilnehmern. Die Zeitdauer der Choreografie beträgt jeweils 3.00- 3.30 Minuten. Die ausgewählte Musik der Gruppen kann instrumental, live oder mit Gesang sein. Im DTB-Dance können maximal 20 Punkte erreicht werden. Die Bewertung ist in eine A- und B-Note (je 10 Punkte als Höchstwert) unterteilt. Die Gruppe mit der höchsten Gesamtpunktzahl gewinnt den Wettkampf.

  • A-Note (Komposition/Inhalt): Schwierigkeiten, Choreografie/Kreativität, Musikauswahl/Interpretation
  • B-Note (Ausführung): Körpertechnik, Harmonie/Synchronität, Präsentation 

Nicht erlaubt – von einzelnen Elementen abgesehen – sind die reinen Formen des Rock’n Rolls, der Folklore und des Gesellschaftstanzes.

Detaillierte Informationen zur Bewertung gibt es in den jeweils gültigen Broschüren "Deutsche Meisterschaften Gymnastik und Tanz - Deutschland-Cup DTB-Dance - Pokalwettkämpfe, Wertungsvorschriften für Kampfrichter/innen" und  "Schwierigkeitskatalog".

Wettkampfsystem

Im DTB-Dance gibt es den Hessen-Cup  in drei Altersklassen.

  • Jugendliche: 12 - 19 Jahre, es wird keine andere Altersklasse zugelassen
  • Erwachsene A: 18 Jahre u. älter max. 2 TN aus Jugend
  • Erwachsene B: 30 Jahre u. älter max. 2 TN aus Erw. A

Die Landessieger qualifizieren sich automatisch für den Deutschland-Cup.

Zusätzlich schreibt der Hessische Turnverband Pokalwettkämpfe mit gleicher Altersstruktur wie Hessische Meisterschaften aus, sowie für Schülerinnen in folgenden Klassen:

  • 8 Jahre und jünger
  • 10 Jahre und jünger
  • 12 Jahre und jünger  
  • 14 Jahre und jünger 

Abweichende Regelungen

Abweichende Regelungen bezüglich der Wettkampfklassen und Bewertungen können im Aufgabenbuch 2008  „Gymnastik/RSG“ und in den Broschüren „Deutsche Meisterschaft Gymnastik und Tanz - Deutschland-Cup DTB Dance - Pokalwettkämpfe, Wertungsvorschriften für Kampfrichter/innen" und „Schwierigkeitskatalog“ detailliert nachgelesen werden.

Freizeit- und Breitensport

Im Jahr 2010 führte der Hessische Turnverband einen hessischen Gruppen-Wettbewerb Tanz-Gymnastik-Dance-Show mit erleichterten Bedingungen ein, der Nachwuchsgruppen die Chance vermittelt, auf hessischer Ebene erste Erfahrungen zu sammeln.

Bei Deutschen Turnfesten und Landesturnfesten werden neben den Wettkämpfen Deutschland-/Hessen-Cup DTB Dance und Pokaltwettkämpfe DTB-Dance auch Wettbewerbe mit erleichterten Bedingungen in unterschiedlichen Altersklassen ausgeschrieben. Die Platzierungen werden nach einer errechneten Gesamtpunktzahl in die Ranggruppen 1-4 eingeteilt.

Rendezvous der Besten

Idee und Prinzip

Der Showwettbewerb "Rendezvous der Besten" vereinigt Kunst und Sport zu einer Einheit, macht neugierig und bietet Vereinsgruppen aller fachlichen Ausrichtungen den Anreiz, ihre kreative, innovative und attraktive Arbeit auf neuer Basis einer fachkundigen Jury und einem begeisterten Publikum vorzustellen.

Geschichte

Der Wegbereiter „Turnschaukasten“ war seit vielen Jahren fester Bestandteil bei vergangenen Landesturnfesten und Deutschen Turnfesten. Schon da war die breite Palette interessanter Vorführungen aus fast allen Bereichen des turnerischen Angebotes, abseits der eng umrissenen Kriterien eines Gruppenwettkampfes, zu bestaunen. Im Trend der wieder entdeckten Choreografie entstand aus Workshops und Kongressen ein neues DTB-Veranstaltungssystem mit dem Titel „Rendezvous der Besten“. Der Wettbewerb wurde erstmals beim Deutschen Turnfest in Leipzig 2002 ausgeschrieben, fand aber auf Grund der kurzfristigen Anlaufszeit nicht statt. Eine viel beachtete Soiree "Turnschaukasten" zeigte das vorgesehene Konzept an.
Hessen hatte sein erstes "Rendezvous" 2004 in Rüsselsheim mit 21 Gruppen und lag mit dieser Veranstaltung vor der ersten DTB-Veranstaltung. Aber noch im gleichen Jahr startete der DTB in Forst mit 31 Gruppen die Premiere des Bundesfinales. Einen absoluten Höhepunkt erreichte das "Rendezvous der Besten" beim 1. Internationalen Deutschen Turnfest in Berlin 2005. War der Wettbewerb bereits dort ein Highlight in einer zeitweise total überfüllten Messehalle, übertraf das dritte Bundesfinale in Hanau 2006 mit einem Event der Extraklasse alle Erwartungen.
Im jährlichen Rhythmus setzt sich der Erfolg des Wettbewerbs mit fachübergreifenden Vorführungen im Hessischen Turnverband und anderen Landesturnverbänden bis zur Qualifizierung zum Bundesfinale fort.
Im Jahr 2009 fand das "Rendezvous der Besten" unter der Bezeichnung "1. Gym For Live World Challenge" seine internationale Fortsetzung. 80 Gruppen aus 30 Ländern, darunter sechs deutsche Formationen, nahmen die Herausforderung des Weltturnverbandes (FIG) an und zeigten in Dornbirn (Österreich) ihre attraktiven Performances. Die nächste Challenge ist Vier-Jahres-Rhythmus zum 10. bis 14. Juli 2013 in Kapstadt (Südafrika) ausgeschrieben. 

Wettbewerbsfläche und Geräte

Die Vorführfläche beträgt 14m x 14m. Für die Gestaltung dürfen Materialien, Hand-, Klein- und Großgeräte und selbst gestaltete Aufbauten verwendet werden. Die Geräte müssen mitgebracht werden. Nicht verankerte Großgeräte können nach Absprache mit dem Ausrichter zur Verfügung gestellt werden.

Disziplinen

Es können weibliche, männliche und gemischte Showgruppen aus dem Hessischen Turnverband mit je einer Präsentation teilnehmen. 

Bewertungssystem

Bewertet wird in zwei Kriterien-Blöcken mit je 50 Punkten:

  • Block 1 (Gestaltung und Choreografie): Bewegungskonzeption/inhaltliche Konzeption, akustische Bewegungsbegleitung/Musikinterpretation, Orginalität/Kreativität
  • Block 2 (Präsentation und Qualität): Bewegungsqualität, Ausdrucksfähigkeit, Outfit/Requisiten/Materialien

Die Jury besteht aus vier geschulten DTB-Wertungsrichtern und einem Prominenten, der vor Ort das Gremium ergänzt. Je nach Ausschreibung besteht im Anschluss an jede Veranstaltung die Möglichkeit mit einem Experten, und auch in Anwesenheit der Jury-Mitglieder, ein Auswertungsgespräch zu führen, in dem Anregeungen, Kritik und weiterführende Ideen vermittelt werden.

Es werden keine Platzierungen vorgenommen. Die Gruppen werden je nach erreichter Punktzahl in unterschiedliche Kategorien eingeteilt:

„Mit Erfolg teilgenommen“, „Gut“, „Sehr gut“, „Ausgezeichnet“ und „Hervorragend“

Die drei Erstplatzierten qualifizieren sich aufgrund der internen Punkterechnung zum Bundesfinale. Eine Wild-Card wird an alle Landesturnverbände vergeben, deren Gruppen beim letzten Bundesfinale mit „Hervorragend“ bewertet wurden.

 

Wettbewerbssystem

Das "Rendezvous der Besten" ist offen für alle Vereinsgruppen, die sich in den unterschiedlichsten Bereichen des Turnens angesiedelt haben. Beispiele: Showtanz, Bewegungskünste, Tanz, Gymnastik, Dance, Trampolin, Akrobatik, Fitness, Aerobic, Step-Aerobic, Rope Skipping, Gerät- und Gruppenturnen, Trendsportarten, Turnspiele, Rhönrad, TGW/TGM.
Eine Gruppe besteht aus mindestens acht Teilnehmer/innen ab 12 Jahren. Die Dauer der Vorführung beträgt 4.00-6.00 Minuten ohne Auf- und Abbauzeiten.

Großraumvorführungen

Großraumvorführungen haben eine lange Tradition und sind im Hessischen Turnverband fest verankert. Bei Veranstaltungen wie Landesturnfesten, Deutschen Turnfesten und Internationalen Turnfesten (z.B. Weltgymnastraden) zeigen Großgruppen, die mehrere hundert Teilnehmer umfassen, mit klassischen oder alternativen Handgeräten sowie tänzerischen Elementen gemeinsame Choreografien zu selbst gewählter Musik.

Der Ursprung der Großraumvorführungen ist zurückzuführen auf die Massenfreiübungen und die später daraus entwickelte Festgymnastik.
Bereits 1860 gab es die Massenfreiübungen der Teilnehmer beim 1. Deutschen Turn- und Jugendfest in Coburg. Freiübungen wurden zu diesem Zeitpunkt über Jahre hinaus als Ausdruck der Einheit und Zusammengehörigkeit der Turner und somit als wichtigster Teil eines Turnfestes angesehen. Erstaunliche Teilnehmerzahlen gab es 1923 in München. Dort wurden 30.000 Turner und 10.000 Turnerinnen für die Freiübungen notiert. In Breslau 1938 steigerten sich die Zahlen bei den Massenvorführungen auf 70.000 Männer und Frauen. Veranstaltungsorte waren Großflächen und Stadien.
Ab 1948 wurden im Westen Deutschlands die Teilnehmerzahlen für die Massenvorführung im Stadion eher geringer, denn so nach und nach gab es spezifische Darbietungen wie Lehr-, Schau- und Sondervorführungen, aber auch schon eine Festgymnastik. Die später ausgeschriebene Festgymnastik mit vorgegebenen Bewegungsabläufen wurde mit Teilnehmern aus allen Landesturnverbänden vor Ort zusammengefügt. Es war ein Event, das 1987 in Berlin schließlich nochmals rund 12.000 Teilnehmer auf den Rasen führte.
In den 80er Jahren spezifizierten sich die Turnfestangebote immer weiter und die Massenübungen verloren an Bedeutung. Es rückten die choreographierten Großraumbilder in den Fokus der Bewegungen.
Die aktuellen Großraumvorführungen haben mit den Massenübungen nicht mehr viel gemeinsam. Waren bei tausenden Teilnehmern die exakten identischen Bewegungsabläufe der wichtigste Aspekt, treten heute thematisch ausgefeilte Choreographien zusammen mit guter bis sehr guter Bewegungsqualität in den Vordergrund.